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Weinrallye # 49 Müller-Thurgau

09/03/2012

Heute Nachmittag, unsere Tochter ist beim Skikurs und meine Erkältung klingt ab, entscheiden meine Frau und ich spontan in die „Hecke“ zu gehen. Wir schauen im „Häckerkalender“ und entscheiden uns für den „ Höflich“ in Großostheim. Das Weingut Höflich hat ab heute den Gutsausschank geöffnet. Das Essen soll gut sein und wir kennen noch nicht alle Weine des Weinguts.

Während die Dame des Hauses sich noch hübscher macht, schaue ich mich noch ein wenig im Internet um. Bei facebook verlinkt Thomas Lippert auf die Weinrallye # 49 Müller-Thurgau. Wow! Darüber könnte ich was schreiben. Aber ich kenne mich doch noch zu wenig mit den blog, etc. aus? Außerdem habe ich doch nur einen Müller-Thurgau im Haus? OK. Darüber mache ich mir am Abend Gedanken. Denke ich…

Auf geht es, sagt die Frau, die fertig ist. Wir machen los! Wieder nach Haus gekommen, voller Eifer, zum ersten Mal die Weinrallye mit zu machen, stelle ich fest, dass heute der „Abgabetag“ ist. Herrje, was mache ich nun? Ich rufe mal den Harald Steffens an, da der Thomas Lippert heute am Abfüllen ist. Harald erklärt mir, was ich nicht weiß und sagt mir, wo ich alles zur Weinrallye finde. Schade denke ich enttäuscht, dann machen wir eben erst beim nächsten Mal mit einem anderen Thema mit. Ich lese, lese und denke, eigentlich müsste das doch auch in der kurzen Zeit noch gehen? Irgendwo finde ich die Mobilnummer von Thomas Lippert, auf seinem Winzerblog. Ich rufe auch Thomas an, der mir den Rest, den ich noch nicht verstanden habe, erklärt und mich ermuntert, heute doch noch aktiv zu werden. Mein Herz klopft und ich bin total nervös, einen Beitrag von mir zum ersten Mal vor größerem Publikum zu präsentieren.

Nathalie von Cucina Casalinga hatte zu dieser Weinrallye # 49 Müller Thurgau aufgerufen.

Wir, meine Frau und ich, haben den trockenen und den halbtrockenen Müller-Thurgau unter realen Bedingungen, im Weingut Höflich in Großostheim getrunken. So, wie er von den meisten Unterfranken getrunken wird: In der „Hecke“ auch „Häckerwirtschaft“, in anderen Weingegenden als Straußwirtschaft, oder Besen(Besenwirtschaft) bekannt. Hier trinkt man den Wein beim einheimischen Winzer. Man mag die Atmosphäre, mit fremden Menschen, Po an Po, Rücken an Rücken zu sitzen und nach 5 Minuten mit Du angesprochen zu werden. Man spricht über Wein, Politik, Familie, Lustiges, Probleme, so, als wenn man die Leute schon immer kennen würde. Wenn das Essen und der Wein noch gut sind, will man gar nicht mehr nach Hause. Man nimmt zwar die eine oder andere Flasche mit, geht aber lieber wieder in die Hecke, wenn der nächste Winzer offen hat. Unterfranken sind eben Häckergänger.

Gegessen haben wir zu Wasser, leckerem gutseigenen Traubensaft und Wein Lammbratwürste, Ofenkartoffel mit Quark und einen Handkäse(Handkäs mit Musik). Essen, zu denen nicht jeder Wein passen würde. Aber einen guten Müller-Thurgau kann man zu fast jedem Essen trinken. Die „Müller“, die wir dazu getrunken haben, passten ideal zum gewählten Essen.

Der trockene Müller-Thurgau wird vom Weingut Höflich als Müller-Thurgau verkauft. Oft wird der „Müller“ als Rivaner vermarktet, weil man sich wegen des schlechten Rufs der Rebsorte schämt. Der „Müller“ trägt auch in schlechten Weinlagen gut, hat wenig Ansprüche, so dass man als Winzer hohe Erträge erzielen kann. Das ergibt nicht immer gute Weine, die den schlechten Ruf begründen. Das Weingut Höflich aber legt Wert auf nachhaltige Bewirtschaftung, angepasste Erträge und versucht jedes Jahr gute Qualitäten zu erzielen. Viele Prämierungen für die Weine des Weinguts sprechen für sich.

Unser „trockener Müller“ war ein 2011er aus der Lage Großostheim  Heiligenthal. Er ist in der Literflasche ab Weingut für günstige 4,80 Euro zu haben. Es ist ein spritziger, frischer Kabinett Wein, mit wenig Säure und einem angenehmen Muskatton. So hatten wir ihn uns vorgestellt und so hat er uns auch gut „geschmeckt“.

Sein Vorgänger, der 2010er halbtrockene Müller-Thurgau, auch aus der Lage Großostheim, Heiligenthal, mundete uns noch besser. Normalerweise trinken wir den „Müller“ lieber trocken. Dieser Wein hat uns überrascht. Ein ebenso frischer Kabinett Wein, auch mit wenig Säure und einer Harmonie der Lieblichkeit mit dem Muskatton, die vom Können des Winzer zeugt. Für noch günstigere 4,60 Euro in der Literflasche ab Hofe kann man diesen Wein erstehen.

Für uns ist Müller-Thurgau nicht der billige Massenwein. Nicht der billigste Trinkwein auf der Häckerkarte. Müller-Thurgau macht beim Trinken Spaß, wenn er gut gemacht ist. Den, den wir heute getrunken haben, können wir zum Kauf weiter empfehlen.

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